Tipps für eine gelungene Produktfotografie

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Es ist nicht einfach, ein Produkt zielgerichtet zu inszenieren und die Markenbotschaft zu transportieren. Vielleicht brauchst du Produktfotos für deinen eigenen Webshop und benötigst dabei Hilfe? Du möchtest wissen, welches Equipment Produktfotografen nutzen? Und wie gelingen ästhetische Produktfotos?

Wir haben praktische Vorschläge erarbeitet und die Merkmale dieser besonderen Kategorie der Fotografie zusammengetragen!

1. Produktfotografie heißt nicht nur Bilder knipsen!

Die Produktfotografie kommt von der klassischen Werbefotografie und dient dazu Produkte genau und attraktiv zu präsentieren. Damit Funktion, Eigenschaften und Merkmale stilgerecht vermittelt werden, sollte immer der zentrale Nutzen des Kunden prägnant im Mittelpunkt stehen. Ob in Katalogen, Webshops oder Werbeanzeigen, die Produktfotografie gehört immer zum Kern deiner Markenidentität, ganz egal ob Online- oder Offline-Werbung.

2. Warum ist Produktfotografie unerlässlich?

Rund um die Uhr haben Kunden die Gelegenheit Waren online zu kaufen, in unserer visuellen Welt, sagt dabei ein gutes Foto mehr als tausend Produktbeschreibungen. Wenige Sekunden entscheiden darüber, ob der Kunde sich für dich oder einen deiner Konkurrenten entscheidet - hierbei kann ein gelungenes Produktfoto den Unterschied machen. Um den Kunden zu überzeugen, musst du ihn bei den Sinnen packen und dabei Vertrauen, Kompetenz und einen Mehrwert bieten.

3. Produktfoto ist nicht gleich Produktfoto!

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Typen an Produktfotos, die sich in ihrer Bildsprache unterscheiden. Du hast dabei die Wahl: Zum einen gibt es Bilder ohne Hintergrund oder Kontext (die sogenannten Clipped Images) und zum anderen Lifestyle-Bilder, die das Produkt bewusst in einer Szene darstellen. Welches dabei die bessere Option ist, kann man pauschal nicht sagen, denn beide Varianten bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Empfehlenswert ist es, beide Optionen von Beginn an zu berücksichtigen.

3.1 Freigestellte Bilder – Entfernung des Hintergrunds:

Egal, ob eBay oder Amazon, einen Bildhintergrund sucht man oft vergebens. Einfach, unkompliziert und mit minimalen Ressourcenaufwand verbunden, ist es für jeden geeignet. Oft ist das Produkt vergrößert dargestellt, auf neutralem, wenn nicht sogar rein weißem Hintergrund abgebildet oder freigestellt. Ähnlich verhält es sich mit allerlei freigestellten Produktfotos, die für bestimmte Shops keinerlei schmückende Dekoration beinhalten dürfen.

3.2 Modellaufnahme des Produkts im Kontext – Lifestyle Aufnahmen:

Seien wir ehrlich: Ein weißer Hintergrund wird schnell langweilig und vermittelt keine Emotionen. Du möchtest das Ganze etwas aufpeppen? Wie wäre es mit einer kleinen Szene? Je nach dem ob du Sinnlichkeit, Fröhlichkeit oder Abenteuerlust vermitteln möchtest, kannst du dein Produkt auf unterschiedlichen Hintergründen abbilden und dadurch eine emotionale Bindung schaffen, die dich von der Masse abhebt. Erzähle Geschichten mit deinen Produktbildern und nutze für die Verbreitung Marketingplattformen, wie Facebook oder Instagram.

Tipp 1: Vorher ein Konzept erstellen

Ob Packshot, Freisteller oder Outdoor-Shooting, vor dem Shooting sollte immer ein ausgearbeitetes Konzept feststehen. Welche Botschaft sollen die Produkte kommunizieren und für welche mediale Umgebung sind die Fotos gedacht? Erst, wenn das Konzept steht, und deutlich ist, wie du deine Produkte inszenieren möchtest, kannst du entsprechendes Equipment einplanen.

Tipp 2: DIY oder professionelles Aufnahmestudio

Die Vorteile hochwertiger Produktbilder sollten inzwischen klar sein, aber woher kriegt man ein ansprechendes Produktbild? Zunächst gibt es verschiedene Faktoren, die hierbei eine tragende Rolle spielen. Was für ein Produkt verkaufst du? Hast du die nötigen Fähigkeiten? Und nicht zuletzt wie groß ist dein Budget?

Beide Optionen haben deutliche Vor- und Nachteile. Wenn du kleine Produkte und eine Kamera hast, kann die Einrichtung eines DIY-Studios eine Option sein. Wenn du jedoch das Produkt im Kontext zeigen musst, kann es sich lohnen, in ein professionelles Studio zu investieren. Nichts geht über Erfahrung, und das ist es, wofür man zahlt, wenn man sich für ein Studio entscheidet.

Tipp 3: Den Hintergrund schlicht halten

Damit der Hintergrund nicht dem Produkt die Show stiehlt, solltest du ihn möglichst schlicht halten und darauf achten, dass er nicht überstrahlt. Unser Tipp: Eine Hohlkehle kann nützlich sein, da sich mit ihr ein nahtloser Raum erzeugen lässt - ideal für Freisteller-Aufnahmen. Wichtig: Immer einen Weißabgleich machen, um Schwankungen in der Farbtemperatur zu vermeiden!

Tipp 4: Immer ein Stativ verwenden

Zu den Must-Haves zählt sicherlich das Stativ, denn nur mit diesem Helfer kannst du die gleiche Perspektive halten. Um ein perfekt ausgeleuchtetes Objekt darzustellen, kann zusätzlich ein Fernauslöser helfen.

Tipp 5: Die richtige Kamera verwenden

Zur Grundausstattung für professionelle Produktbilder gehört eine Digitalkamera. Dabei muss es aber nicht unbedingt eine Spiegelreflex- oder Systemkamera sein. Auch gute Kompakte oder Bridgekameras mit manueller Blenden- und Verschlusszeit-Wahl können hier genutzt werden. Die meisten modernen Kameras ab 100 Euro bieten hier die gewünschten Features.

Tipp 6: Die Blende geschlossen halten

In der Produktfotografie wird zu einer relativ geschlossenen Blende geraten, um eine möglichst große Schärfentiefe zu erzeugen.

Tipp 7: Unterschiedliche Lichtformer nutzen

Die optimale Ausleuchtung erhältst du durch den gezielten Einsatz von Leuchten mit unterschiedlichen Lichtformern. In einigen Fällen können aber schon eine Leuchte und ein Aufheller ausreichend sein. Diffusor oder Reflektoren können zum Einsatz kommen, je nach Lichtverhältnissen. Wenn du sehr spiegelnde Objekte, wie Gläser fotografieren möchtest, kann ein Lichtzelt sinnvoll sein, hier ergibt sich eine äußerst gleichmäßige und schattenfreie Beleuchtung. Es kann gewünscht sein, dass wenige bis gar keine Schatten am Produkt zu sehen sind. Eine Softbox ist eine Möglichkeit, um ein sanftes Licht zu kreieren und Schatten zu vermeiden.

4. Die Nachbearbeitung

Das vielleicht Wichtigste kommt zum Schluss: Die Nachbearbeitung. Hier solltest du lieber nicht sparen, denn wenn nicht gut ausgeführt, lässt du alle deine Bilder unprofessionell und wirkungslos aussehen. Die Frage ist also wieder: Ist es besser, die Nachbearbeitung selbst zu übernehmen, oder sich für einen professionellen Service zu entscheiden?

Ob du selber in der Lage bist, deine Nachbearbeitung selbst durchzuführen, hängt von deinen vorhandenen Fähigkeiten ab und wie viel Zeit du hast diese zu erlernen oder durchzuführen.

Wenn du jedoch keine Vorkenntnisse hast und über eine beträchtliche Anzahl von Bildern verfügst, die bearbeitet werden müssen, wäre es empfehlenswert, einen professionellen Fotobearbeitungsservice in Anspruch zu nehmen. Die Nachbearbeitung erfordert Geschicklichkeit und könnte ein ungünstiges Foto in ein „OK“- oder sogar gutes Produktbild verwandeln. Wenn du außerdem den Service nutzt, können große Mengen an Bildern innerhalb kürzester Zeit nachbearbeitet werden. All dies wird dir helfen, wertvolle Zeit zu sparen, um deine Bilder so schnell wie möglich online zu stellen.

Einige unserer Referenzen:

H. Tetzner / Ottos Sport & Tracht / Restaurant 1835

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