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Grafikdesign im Umbruch – Wie man aus weniger mehr macht

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Ein Umbruch steht der Design-Welt bevor. Was im Jahre 2016 seine ersten Anläufe nahm, hat die Gestalter nun, auch durch die Corona-Krise, motiviert und wie eine Welle erreicht. Die Welt des Web- und Produktdesign wird auf den Kopf gestellt. Doch warum verschwinden dabei die aufwendig inszenierten und veredelten Designs?

Einen einzelnen Grund gibt es natürlich nicht. Wie jede große Veränderung auch, wurde diese Welle an neuen Design-Ansätzen durch eine Kombination verschiedener Umstände über die letzten Jahre hinweg ausgelöst. Die eigene „Heritage“ wieder zu finden, sich in Zeiten der Massenproduktion abzuheben und die eigene Geschichte neu zu entdecken, sind dabei oft von hoher Wichtigkeit. Ebenfalls Priorität genießt das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, was sich primär in den genutzten Materialien für den Printbereich wiederfindet. Dabei entsteht eine neue Strömung, die die Welt des Grafikdesigns verändert und neu orientiert.
Wir gehen weg von den aufwendigen, fotorealistischen, dreidimensionalen Inszenierungen und teuren haptischen Veredlungen, auch Logos treten dabei immer mehr in den Hintergrund. Es bleiben klare, einfarbige Flächen, geometrische Formen und auffällige Typografie. Reduktion und Pluralismus, die trotz dessen mit starker Prägnanz der Marke selbst einhergehen. Große Firmen wie Bahlsen, Coca-Cola® und McDonalds machen es vor, während Neueinsteiger wie die Jokolade gleich die Chance nutzen, sich mit einem eigenen Trend am Markt zu etablieren und darin auch einen Erfolg verzeichnen können.

Denn die harte Wirklichkeit mit Krisen, die uns im Alltag kaum loslässt, wollen unsere Kunden bei ihrem Blick auf ihre Website oder Visitenkarte vergessen und so liefern wir als Agentur mit bunten Farben und simplen Icons eine kleine Freude im tristen Alltag. Wir erschaffen einen Gegenkurs zur Realität, einen Fluchtweg aus den Sorgen und Problemen heraus und treffen so den Nerv der Zeit.

Die Recyclebarkeit, der Umweltschutz und die Herstellung aus erneuerbaren Rohstoffen, die ihren Platz im Printbereich finden, haben auf den ersten Blick wenig mit Design zu tun, wo doch die Verträglichkeit für die Umwelt eher eine Frage der Verpackungsindustrie ist. Aber kommt es dann erstmal zur Druckfreigabe, zur Frage auf welchem Material die erstellten Logos präsentiert und der Welt gezeigt werden sollen, so wird schnell klar, dass der Gedanke dazu schon auf dem Schreibtisch des Mediengestalters beginnt. Denn durch die verschiedene Materialien, deren Verwendung nun angestrebt wird, wirken beispielsweise Farben anders.

Wort-Bild-Marken verschwinden mehr und mehr von der Bildfläche, simple Namenszüge in verspielter Typografie ziehen sich quer über die ganze Länge eines Flyers. Die Welt des Printdesigns, so wie sie sich seit Jahren etabliert hat, unterzieht sich nun einer revolutionären Veränderung. Die Zeit geht seinen Gang und belehrt sich eines besseren, eines alten, aber zugleich neuen Konzepts. Nur eines ist sicher: die stetige Veränderung ist interessant für verschiedene Branchen und sie macht heute aus weniger mehr.

Quelle: Absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing: Weniger ist mehr, MEDIA GROUP GmbH, Ausgabe 6 2021, Seite 32 ff..

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